Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention

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eBook Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention Wenn man den gängigen Mediendarstellungen glaubt, dann scheint Gewalt an Schulen nicht nur immer häufiger, sondern auch immer brutaler aufzutreten. Unter diesem Schein mutieren Schulen zu Nährböden unterschiedlichster Gewaltpotenziale, welchen die von Gewalt betroffenen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und andere Beteiligte des Schullebens weitgehend machtlos gegenüberstehen. Gegen diese weitverbreiteten Auffassungen setzt der Autor, der am Department Erziehungswissenschaft der Universität Potsdam zu Fragen der Jugend-, Schul- und Bildungsforschung lehrt und forscht, im ersten Teil des Buches differenzierte Betrachtungen unter dem Titel Gewalt und Mobbing an Schulen". Zunächst thematisiert er in medienkritischer Intention die übliche Art der Berichterstattung in Deutschland zur Gewalt an Schulen bzw. Jugendgewalt. Über die Bestimmung der gesellschaftlichen Funktion der Schule betont er die generelle Notwendigkeit der schulischen Gewaltprävention auch in Bezug auf das soziale Lernen. In dem Kapitel zum Gewaltbegriff und Gewaltverständnis unterscheidet der Autor zwischen Gewalt und Aggression sowie dem in der öffentlichen Wahrnehmung geläufiger gewordenen Mobbing und Bullying. Hierbei macht der Autor deutlich, dass im Gegensatz zur (z. B. sportlichen) Aggression mit Gewalt immer die absichtsvolle Schädigung eines Menschen gemeint ist. Mobbing und Bullying beziehen sich hingegen z. B. auf eine gewisse Häufigkeit und Dauer der Gewalthandlungen und werden in diesem Kontext als Teilmenge von Aggression und Gewalt gesehen. Mithilfe einer informativen tabellarischen Übersicht unterscheidet der Autor viele Formen der Gewalt und gibt entsprechende Beispiele dazu, im Bereich der individuellen Gewalt nennt er beispielsweise die physische Gewalt, die sexuelle Gewalt und die schwere Gewalt in Gestalt des Amoklaufes. Aber auch die soziologische Perspektive der institutionellen Gewalt seitens der Schule z. B. durch die vorgegebene Schüler- und Lehrerrolle und das Leistungsprinzip werden aufgegriffen.Die Betrachtung nicht nur der individuellen, sondern auch der gesellschaftlichen Ursachen von Gewalt erstreckt sich auch auf das nachfolgende Kapitel, welches Theoretische Erklärungsmodelle für Aggression bzw. Gewalt und Folgerungen" zum Inhalt hat. Im Rahmen der psychologischen Theorien wird Aggression beispielsweise als Folge eines Triebes, als Reaktion auf Frustration, als Folge von Lernprozessen oder als entwicklungspsychologisch bedingt begriffen. Im Bereich der soziologischen Theorien werden beispielsweise die Anomietheorie (Anomie als Zustand sozialer Desintegration), Etikettierungstheorien oder Gewalt als Folge von Modernisierung und Individualisierung betrachtet. Auch integrative Ansätze in sozialisationstheoretischer, geschlechtsspezifischer und schulbezogener sozialökologischer Ausprägung werden thematisiert. Die einzelnen Theorien bzw. Ansätze werden durchweg kurz und prägnant dargestellt und dahingehend befragt, ob und inwieweit sie einen Beitrag zu konkreten Präventionsmaßnahmen an Schulen leisten können. Die herausgearbeiteten Konsequenzen für jene Präventionsarbeit verbindet Schubarth zu einer Forderung nach der schulischen Umsetzung und Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes, welches die dargestellten unterschiedlichen Handlungsansätze und Forschungstraditionen zu verbinden vermag.Im fünften Kapitel folgen empirische Ergebnisse zu Ausmaß und Ursachen von Gewalt und Mobbing. Hierbei wäre es wünschenswert gewesen, bezogen auf die Entwicklung der schulbezogenen Gewaltforschung und ihrer unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte mehr auf die gesellschaftliche Kontexte einzugehen und dabei zumindest zu skizzieren, ob und welche Zusammenhänge zwischen der Ausprägung von Gewaltformen bzw. ihrer Erforschung und den sich verändernden gesellschaftlich-ökonomischen Rahmenbedingungen seit den 1970er Jahren bestehen. In seiner Darstellung des Ausmaßes, der Erscheinungsformen und den Ursachen von Gewalt arbeitet Schubarth wesentliche Ergebnisse der unterschiedlichen Studien heraus. In diesem Zusammenhang macht er beispielweise deutlich, dass Schulen keineswegs als "Hort der Gewalt" aufzufassen sind, eher verbale Aggressionen als Gewalt dominieren, Gewalthandlungen innerhalb und außerhalb der Schule zusammenhängen und Gewaltinterventionen wirkungsvoll sind. In den weiteren Abschnitten wird beispielsweise der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Geschlecht, Schulform, Alter und andere Merkmale auf die Ausprägung von Gewalt an Schulen haben, ob Förderschulen besonders belastet sind oder ob Jugendgewalt mit rechtsextremem Hintergrund eine Zunahme erfahren hat. Im Bereich der Erscheinungsformen, der Struktur und der Hintergründe von Mobbing macht der Autor deutlich, dass hinsichtlich der Häufigkeit von Mobbing Unterschiede zwischen den Schulen und den Schulklassen bestehen. In dem Abschnitt zu den Hintergründen von Mobbing stellt er die Bezüge der einzelnen sozialen Rollen her, in welchen sich alle direkt oder indirekt Betroffenen bzw. Beteiligten bewegen, dabei geht es auch um neue Mobbingformen wie Cyberbulling und Happy Slapping. Sehr hilfreich ist es, dass eindeutige Merkmale aufgeführt werden, mit deren Hilfe erkannt werden kann, ob eine Person in der Schule gemobbt wird. Der Abschnitt über die Forschungsbefunde zu Amokläufen an Schulen stellt den Ursachenkomplex für derartige Taten übersichtlich dar, lässt jedoch ebenfalls mögliche Zusammenhänge zu den veränderten gesellschaftlich-ökonomischen Rahmenbedingungen weitgehend im Verborgenen. Die medienkritische Intention wird allerdings auch insofern wirksam, als Schubarth festhält, dass die Berichterstattung häufig eine unangemessene Fokussierung auf den Täter vornimmt und diese für weitere Täter als Vorbilder erscheinen lässt.Aus den Ergebnissen leitet der Autor ausführliche Konsequenzen sowohl für die Prävention als auch für die konkrete Intervention ab. Hierbei macht er erneut die Komplexität der unterschiedlichen Handlungsfelder deutlich. Insbesondere betont Schubarth die Notwendigkeit nachhaltig wirkender Konzepte und Programme u.a durch das Zusammenwirken der unterschiedlichen Sozialisationsfelder Schule, Familie, Peergroups und außerschulischen Institutionen. Damit macht er zugleich deutlich, dass das Verhältnis von schulischer Selektion und sozialer Integration entsprechend problematisiert werden muss, zugleich weist Gewaltprävention auch immer einen Zusammenhang zu der Schulqualität und Schulentwicklung auf.Im zweiten Teil des Buches werden dann konkrete Möglichkeiten der Prävention und Intervention aufgegriffen. Hierbei werden in übersichtlicher Weise Leitlinien wie beispielweise der Entwicklung einer demokratischen und motivierenden Lern- und Schulkultur entsprechende Umsetzungsbeispiele zugeordnet. Besonders positiv fällt in dem Zusammenhang der Präventionsmöglichkeiten die Betrachtung der individuellen Schülerebene, der Klassenebene und der Schulebene auf; für alle Ebenen werden zudem zahlreiche konkrete Aspekte und Beispiele genannt. Für das schnelle Nachschlagen eignen sich besonders die stichwortartigen Übersichten zu wertschätzender Regeldurchsetzung, zur Intervention bei konkreten gewalthaltigen Konflikten, bei massiven Gewalthandlungen an Schulen und bei Mobbingvorfällen, wobei bei Mobbing auch zwischen einzelnen Eskalationsstufen mit entsprechenden Handlungsmöglichkeiten unterschieden wird.Die ausführlichen und übersichtlichen Darstellungen zu speziellen Möglichkeiten der Prävention und Intervention machen in Form entsprechender schulischer Programme den zentralen Bereich des zweiten Buchteils aus. Hierbei unterscheidet der Autor die einzelnen Programme zunächst nach den unterschiedlichen Adressatengruppen, wobei es nicht nur um Programme für SuS u. U. unterschiedlicher Altersgruppen geht, sondern auch um Lehrerprogramme sowie schulumfassende Programme. Jedes Programm wird mindestens im Hinblick auf Ziele, Hintergrund, Inhalt, Methoden sowie der Evaluation dargestellt und seitens des Autors einer Gesamtbewertung unterzogen, wobei die jeweiligen Stärken und Schwächen bzw. Probleme stichwortartig in Tabellenform zusammengefasst werden. Weiterführende Literaturhinweise runden die Darstellung eines jeden Programms ab. Unter den Programmen finden sich Präventionsprogramme gegen Gewalt (z. B. das Sozialtraining in der Schule), Interventionsprogramme gegen Gewalt (z. B. die Trainingsraum-Methode), Programme gegen Mobbing(z. B. "fairplayer") und gewaltunspezifische Präventionsprogramme (z. B. "Erwachsen werden"/Lions Quest). In wesentlich kürzerer Form erwähnt Schubarth im entsprechenden Abschnitt noch sonstige Konzepte im Kontext der Gewaltprävention, diese reichen von einer Förderung der Moralentwicklung, über interkulturelles Lernen bis hin zur Elternarbeit und Elternbildung. In den weiteren Kapiteln widmet sich der Autor den Bedingungen für (größere) Wirksamkeit von Präventionsprogrammen, wobei es auch um die Schulmediation geht, des Weiteren thematisiert er die Gewaltprävention durch Schulentwicklung anhand eines konkreten Phasenplans zu einem schulinternen Entwicklungsprozess.Mit dem dritten Teil, der aus zehn kurz erläuterten Punkten im Hinblick auf zentrale Anforderungen an die schulische Gewaltprävention besteht, wird das Buch sinnvoll abgerundet, da jene Punkte in aller Kürze eine Zusammenfassung der grundlegenden Inhalte skizzieren.Eine wenigstens teilweise kommentierte Literaturliste wäre aufgrund der Vielzahl der zugrunde gelegten Literatur allerdings noch wünschenswert gewesen.Insgesamt ist das Buch in vielerlei Hinsicht überzeugend. Da ist zunächst die prägnante und gut verständliche Sprache zu nennen, welche mit nur sehr wenigen Fremdwörtern auskommt. Die Texte sind allesamt inhaltlich ansprechend strukturiert, die zahlreichen übersichtlichen Tabellen und die wenigen Schaubilder unterstützen die Einprägsamkeit anwendungsorientierter und theoretischer Inhalte. Über eine Fülle von Wiederholungsfragen zu den ersten beiden Teilen wird der Lernprozess in Auseinandersetzung mit den Inhalten zusätzlich gefördert.Das ausgewogene und produktive Verhältnis zwischen Theorie und Praxis und die Interdisziplinarität und Systematik seiner Konzeption sind wesentliche Stärken dieses Buches, welches somit jeder (auch angehenden) Lehrkraft uneingeschränkt empfohlen werden kann.. Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention is a Kindle Gewalt an Schulen ist ein emotional besetztes Thema in der ffentlichen Diskussion Umso notwendiger ist eine sachliche und empirisch fundierte Auseinandersetzung Das Buch gibt einen berblick ber Ausma , Erscheinungsformen und Ursachen von Gewalt und Mobbing an Schulen sowie ber M glichkeiten der Pr vention bzw Intervention Er verbindet systematisch die Analyse der schulischen Gewaltph nomene mit Ans tzen der Gewaltpr vention bzw intervention Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den schulischen Pr ventions und Interventionsprogrammen, die einer kritischen Bewertung unterzogen werden Der interdisziplin r angelegte Band, der Erkenntnisse der Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie integriert, verkn pft Ergebnisse der Gewaltforschung mit Anforderungen an eine moderne Pr ventionsarbeit im Kontext einer Schul und Bildungsreform Die systematische und kompakte Darstellung mit bersichten und Wiederholungsfragen machen den Band zu einer unverzichtbaren Orientierungs und Arbeitshilfe.. Wilfried Schubarth Is a well-known author, some of his books are a fascination for readers like in the Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention book, this is one of the most wanted Wilfried Schubarth author readers around the world. . Popular Book Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention Wenn man den gängigen Mediendarstellungen glaubt, dann scheint Gewalt an Schulen nicht nur immer häufiger, sondern auch immer brutaler aufzutreten. Unter diesem Schein mutieren Schulen zu Nährböden unterschiedlichster Gewaltpotenziale, welchen die von Gewalt betroffenen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und andere Beteiligte des Schullebens weitgehend machtlos gegenüberstehen. Gegen diese weitverbreiteten Auffassungen setzt der Autor, der am Department Erziehungswissenschaft der Universität Potsdam zu Fragen der Jugend-, Schul- und Bildungsforschung lehrt und forscht, im ersten Teil des Buches differenzierte Betrachtungen unter dem Titel Gewalt und Mobbing an Schulen". Zunächst thematisiert er in medienkritischer Intention die übliche Art der Berichterstattung in Deutschland zur Gewalt an Schulen bzw. Jugendgewalt. Über die Bestimmung der gesellschaftlichen Funktion der Schule betont er die generelle Notwendigkeit der schulischen Gewaltprävention auch in Bezug auf das soziale Lernen. In dem Kapitel zum Gewaltbegriff und Gewaltverständnis unterscheidet der Autor zwischen Gewalt und Aggression sowie dem in der öffentlichen Wahrnehmung geläufiger gewordenen Mobbing und Bullying. Hierbei macht der Autor deutlich, dass im Gegensatz zur (z. B. sportlichen) Aggression mit Gewalt immer die absichtsvolle Schädigung eines Menschen gemeint ist. Mobbing und Bullying beziehen sich hingegen z. B. auf eine gewisse Häufigkeit und Dauer der Gewalthandlungen und werden in diesem Kontext als Teilmenge von Aggression und Gewalt gesehen. Mithilfe einer informativen tabellarischen Übersicht unterscheidet der Autor viele Formen der Gewalt und gibt entsprechende Beispiele dazu, im Bereich der individuellen Gewalt nennt er beispielsweise die physische Gewalt, die sexuelle Gewalt und die schwere Gewalt in Gestalt des Amoklaufes. Aber auch die soziologische Perspektive der institutionellen Gewalt seitens der Schule z. B. durch die vorgegebene Schüler- und Lehrerrolle und das Leistungsprinzip werden aufgegriffen.Die Betrachtung nicht nur der individuellen, sondern auch der gesellschaftlichen Ursachen von Gewalt erstreckt sich auch auf das nachfolgende Kapitel, welches Theoretische Erklärungsmodelle für Aggression bzw. Gewalt und Folgerungen" zum Inhalt hat. Im Rahmen der psychologischen Theorien wird Aggression beispielsweise als Folge eines Triebes, als Reaktion auf Frustration, als Folge von Lernprozessen oder als entwicklungspsychologisch bedingt begriffen. Im Bereich der soziologischen Theorien werden beispielsweise die Anomietheorie (Anomie als Zustand sozialer Desintegration), Etikettierungstheorien oder Gewalt als Folge von Modernisierung und Individualisierung betrachtet. Auch integrative Ansätze in sozialisationstheoretischer, geschlechtsspezifischer und schulbezogener sozialökologischer Ausprägung werden thematisiert. Die einzelnen Theorien bzw. Ansätze werden durchweg kurz und prägnant dargestellt und dahingehend befragt, ob und inwieweit sie einen Beitrag zu konkreten Präventionsmaßnahmen an Schulen leisten können. Die herausgearbeiteten Konsequenzen für jene Präventionsarbeit verbindet Schubarth zu einer Forderung nach der schulischen Umsetzung und Entwicklung eines ganzheitlichen Konzeptes, welches die dargestellten unterschiedlichen Handlungsansätze und Forschungstraditionen zu verbinden vermag.Im fünften Kapitel folgen empirische Ergebnisse zu Ausmaß und Ursachen von Gewalt und Mobbing. Hierbei wäre es wünschenswert gewesen, bezogen auf die Entwicklung der schulbezogenen Gewaltforschung und ihrer unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte mehr auf die gesellschaftliche Kontexte einzugehen und dabei zumindest zu skizzieren, ob und welche Zusammenhänge zwischen der Ausprägung von Gewaltformen bzw. ihrer Erforschung und den sich verändernden gesellschaftlich-ökonomischen Rahmenbedingungen seit den 1970er Jahren bestehen. In seiner Darstellung des Ausmaßes, der Erscheinungsformen und den Ursachen von Gewalt arbeitet Schubarth wesentliche Ergebnisse der unterschiedlichen Studien heraus. In diesem Zusammenhang macht er beispielweise deutlich, dass Schulen keineswegs als "Hort der Gewalt" aufzufassen sind, eher verbale Aggressionen als Gewalt dominieren, Gewalthandlungen innerhalb und außerhalb der Schule zusammenhängen und Gewaltinterventionen wirkungsvoll sind. In den weiteren Abschnitten wird beispielsweise der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Geschlecht, Schulform, Alter und andere Merkmale auf die Ausprägung von Gewalt an Schulen haben, ob Förderschulen besonders belastet sind oder ob Jugendgewalt mit rechtsextremem Hintergrund eine Zunahme erfahren hat. Im Bereich der Erscheinungsformen, der Struktur und der Hintergründe von Mobbing macht der Autor deutlich, dass hinsichtlich der Häufigkeit von Mobbing Unterschiede zwischen den Schulen und den Schulklassen bestehen. In dem Abschnitt zu den Hintergründen von Mobbing stellt er die Bezüge der einzelnen sozialen Rollen her, in welchen sich alle direkt oder indirekt Betroffenen bzw. Beteiligten bewegen, dabei geht es auch um neue Mobbingformen wie Cyberbulling und Happy Slapping. Sehr hilfreich ist es, dass eindeutige Merkmale aufgeführt werden, mit deren Hilfe erkannt werden kann, ob eine Person in der Schule gemobbt wird. Der Abschnitt über die Forschungsbefunde zu Amokläufen an Schulen stellt den Ursachenkomplex für derartige Taten übersichtlich dar, lässt jedoch ebenfalls mögliche Zusammenhänge zu den veränderten gesellschaftlich-ökonomischen Rahmenbedingungen weitgehend im Verborgenen. Die medienkritische Intention wird allerdings auch insofern wirksam, als Schubarth festhält, dass die Berichterstattung häufig eine unangemessene Fokussierung auf den Täter vornimmt und diese für weitere Täter als Vorbilder erscheinen lässt.Aus den Ergebnissen leitet der Autor ausführliche Konsequenzen sowohl für die Prävention als auch für die konkrete Intervention ab. Hierbei macht er erneut die Komplexität der unterschiedlichen Handlungsfelder deutlich. Insbesondere betont Schubarth die Notwendigkeit nachhaltig wirkender Konzepte und Programme u.a durch das Zusammenwirken der unterschiedlichen Sozialisationsfelder Schule, Familie, Peergroups und außerschulischen Institutionen. Damit macht er zugleich deutlich, dass das Verhältnis von schulischer Selektion und sozialer Integration entsprechend problematisiert werden muss, zugleich weist Gewaltprävention auch immer einen Zusammenhang zu der Schulqualität und Schulentwicklung auf.Im zweiten Teil des Buches werden dann konkrete Möglichkeiten der Prävention und Intervention aufgegriffen. Hierbei werden in übersichtlicher Weise Leitlinien wie beispielweise der Entwicklung einer demokratischen und motivierenden Lern- und Schulkultur entsprechende Umsetzungsbeispiele zugeordnet. Besonders positiv fällt in dem Zusammenhang der Präventionsmöglichkeiten die Betrachtung der individuellen Schülerebene, der Klassenebene und der Schulebene auf; für alle Ebenen werden zudem zahlreiche konkrete Aspekte und Beispiele genannt. Für das schnelle Nachschlagen eignen sich besonders die stichwortartigen Übersichten zu wertschätzender Regeldurchsetzung, zur Intervention bei konkreten gewalthaltigen Konflikten, bei massiven Gewalthandlungen an Schulen und bei Mobbingvorfällen, wobei bei Mobbing auch zwischen einzelnen Eskalationsstufen mit entsprechenden Handlungsmöglichkeiten unterschieden wird.Die ausführlichen und übersichtlichen Darstellungen zu speziellen Möglichkeiten der Prävention und Intervention machen in Form entsprechender schulischer Programme den zentralen Bereich des zweiten Buchteils aus. Hierbei unterscheidet der Autor die einzelnen Programme zunächst nach den unterschiedlichen Adressatengruppen, wobei es nicht nur um Programme für SuS u. U. unterschiedlicher Altersgruppen geht, sondern auch um Lehrerprogramme sowie schulumfassende Programme. Jedes Programm wird mindestens im Hinblick auf Ziele, Hintergrund, Inhalt, Methoden sowie der Evaluation dargestellt und seitens des Autors einer Gesamtbewertung unterzogen, wobei die jeweiligen Stärken und Schwächen bzw. Probleme stichwortartig in Tabellenform zusammengefasst werden. Weiterführende Literaturhinweise runden die Darstellung eines jeden Programms ab. Unter den Programmen finden sich Präventionsprogramme gegen Gewalt (z. B. das Sozialtraining in der Schule), Interventionsprogramme gegen Gewalt (z. B. die Trainingsraum-Methode), Programme gegen Mobbing(z. B. "fairplayer") und gewaltunspezifische Präventionsprogramme (z. B. "Erwachsen werden"/Lions Quest). In wesentlich kürzerer Form erwähnt Schubarth im entsprechenden Abschnitt noch sonstige Konzepte im Kontext der Gewaltprävention, diese reichen von einer Förderung der Moralentwicklung, über interkulturelles Lernen bis hin zur Elternarbeit und Elternbildung. In den weiteren Kapiteln widmet sich der Autor den Bedingungen für (größere) Wirksamkeit von Präventionsprogrammen, wobei es auch um die Schulmediation geht, des Weiteren thematisiert er die Gewaltprävention durch Schulentwicklung anhand eines konkreten Phasenplans zu einem schulinternen Entwicklungsprozess.Mit dem dritten Teil, der aus zehn kurz erläuterten Punkten im Hinblick auf zentrale Anforderungen an die schulische Gewaltprävention besteht, wird das Buch sinnvoll abgerundet, da jene Punkte in aller Kürze eine Zusammenfassung der grundlegenden Inhalte skizzieren.Eine wenigstens teilweise kommentierte Literaturliste wäre aufgrund der Vielzahl der zugrunde gelegten Literatur allerdings noch wünschenswert gewesen.Insgesamt ist das Buch in vielerlei Hinsicht überzeugend. Da ist zunächst die prägnante und gut verständliche Sprache zu nennen, welche mit nur sehr wenigen Fremdwörtern auskommt. Die Texte sind allesamt inhaltlich ansprechend strukturiert, die zahlreichen übersichtlichen Tabellen und die wenigen Schaubilder unterstützen die Einprägsamkeit anwendungsorientierter und theoretischer Inhalte. Über eine Fülle von Wiederholungsfragen zu den ersten beiden Teilen wird der Lernprozess in Auseinandersetzung mit den Inhalten zusätzlich gefördert.Das ausgewogene und produktive Verhältnis zwischen Theorie und Praxis und die Interdisziplinarität und Systematik seiner Konzeption sind wesentliche Stärken dieses Buches, welches somit jeder (auch angehenden) Lehrkraft uneingeschränkt empfohlen werden kann.

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  1. Wilfried Schubarth Is a well-known author, some of his books are a fascination for readers like in the Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention book, this is one of the most wanted Wilfried Schubarth author readers around the world.

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Gewalt und Mobbing an Schulen: Möglichkeiten der Prävention und Intervention Comment

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  2. Wilfried Schubarth bietet mit diesem Buch eine hervorragende Einf hrung in das Thema Gewalt und Mobbing an Schulen Neben der Einf hrung, die sowohl Alltagsph nomene als auch Forschungsergebnisse beachtet, erh lt der Leser in diesem Buch einen grundlegenden berblick ber schulische Pr ventions und Interventionsprogramme Ich pers nlich finde dieses Buch sehr gelungen und w rde es jedem empfehlen, den dieses Thema interessiert ob als Student, Lehrer, Elternteil oder allgemein am Thema Interessierten [...]


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